Großstadtflut

Großstadtflut

Ich laufe durch die Stadt. Wo soll ich hin?
Die höchsten Hochhäuser in allen Lagen.
Sie drohen mich zu erschlagen.
Ich weiß nicht, wo ich bin.
Kalte Großstadtlichter versuchen mich zu ertränken.
Menschen und Pflanzen auf engstem Raum.
Werbetafeln versuchen Blicke auf sich zu lenken.
Der Traum einer perfekten Stadt bleibt Schaum.
So hell und doch so dunkel.
Entflammt. Entlarvt. Enttäuscht.

Laute Musik zieht ins Zentrum hinein.
Viel zu viele Menschen. Hektisches Treiben.
Kein Platz zum Bleiben.
Fühle mich erschreckend klein.
Verzehrter Musik- und Stimmenschall.
Aufgesetzte Fröhlichkeit und Heiterkeit, die alles überragen.
Schicke Kostümchen überall.
Hier werden Masken zur Schau getragen.
So laut und doch so leise.
Geliebt. Gehasst. Gefangen.

Häuser, kilometerhoch scheint es mir.
Wohnungen wie Schuhschachteln übereinander gebaut.
Kein Fenster, aus dem man hätte rausgeschaut.
Wände dünner als ein Blatt Papier.
Nachbarn hören mich lachen, schreien und weinen.
Aber sie haben keine Lust zu fragen.
Sie haben ihre eigenen Aufgaben, was sie auch seien.
Eigene Aufgaben, an denen sie verzagen.
So groß und doch so klein.
Aufgereiht. Aufgetürmt. Aufgegeben.

Kein Raum für Ideen.
Gedanken jagen.
Gewissensbisse plagen.
Niemand versucht mich zu verstehen.
Fühle mich überall überwacht.
Kameras, die mich sehen.
Werde von falschen Versprechungen angelacht.
Es gibt nichts, wohin ich kann unbeobachtet gehen.
So viel und doch so wenig.
Verfolgt. Verloren. Vertrieben.

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Sobald das Glück ihr keine Angst mehr macht

Angst vor Glück

Das Herz voller Logik, den Kopf voller Gefühl, fragt sie sich immer noch, was sie verändern soll. Um der Liebe endlich würdig zu sein. Den Verbesserungsdrang im Blut pulsierend, weiß sie, dass sie sich eigentlich gar nicht verändern möchte, am wenigsten für jemand anderen. Wissend, dass Veränderung bedeutet, einen Teil von sich aufzugeben, fragt sie sich, was passiert, wenn sie dabei genau den Teil verliert, der sie ausmacht.
Die Sonnenstrahlen, die durch das Fenster fallen, erfrieren ihre Haut. Unter ihr die Lügen, über ihr der weite Himmel. Was, wenn das Glas nicht in Scherben zersprungen wäre?
Schlaflos, nicht traumlos. Vielleicht wird sie ja wirklich geliebt, aber liebt sich selbst nicht genug, um das einzusehen. Es wird Sinn ergeben. Sobald das Glück ihr keine Angst mehr macht.

3 Blöcke befreiender Regen

Befreiender Regen

Wir ignorieren, dass das Orange der Ampel sich längst im Bach auf der Straße spiegelt. Lassen uns gerne anhupen. Nach 2 Schritten steht das Wasser in meinen Schuhen. Ich beachte den Straßenhändler nicht, der mir einen überteuerten Regenschirm anbietet. Genieße jeden einzelnen Regentropfen auf meiner Haut. Ich lächle dich an. Liebe deinen verschmitzten Blick. Also los. 3 Blöcke befreiender Regen.
So leer habe ich den Central Park noch nicht gesehen. Einzig und allein ein Brautpaar kommt uns entgegen. Sie hält ihre weißen Schuhe in der Hand und trägt stattdessen Gummistiefel. Wahrscheinlich hatten sie sich ihre Hochzeit anders vorgestellt. Aber sie lächelt, strahlt ihn an.
Wir klettern auf die Felsen, rutschen dabei ab und lachen über uns. Sind wie euphorische Kinder, als wir die beste Aussicht gefunden haben. Wir sehen in die Fensterfronten, die nun nicht mehr an den Wolken kratzen, sondern von ihnen umhüllt sind. Die merkwürdige Stille, die uns umgibt, möchte die Magie des Augenblicks unterstützen. Ich spüre deinen warmen Atem im meinem Nacken. Du wirst niemals verstehen, was mir dieser kleine Moment bedeutet. Aber ich will, dass du weißt, auch wenn das hier bald vorbei sein wird, es waren niemals bloß leere Worte.

Der Bach auf der Straße

Stille

Stille. Nur ich alleine. Gedanken fallen, rennen, jagen, lachen mich aus. Drehen, kreisen, überschlagen sich.
Stille. Sie steigt aus der Gemeinde auf. Gemeinsam geschaffen, genau wie die berührenden Melodien zuvor. Wie ein Nebel hüllt sie uns alle ein, gibt uns Raum zum Existieren. Nachzudenken, zu leben.
Stille. Ohne zu reden, kann man sich selber besser zuhören.
Stille. Wir schweigen gemeinsam alleine. Die Gedanken werden langsamer, lassen mich einholen.
Stille. Gedanken richten sich aus, finden eine Gemeinsamkeit. Fokussieren sich auf das, was wichtig ist. Hoffnung, Liebe, Geborgenheit.
Stille. Kraftvoller und kostbarer als jedes Wort.
Stille. Nicht nur außerhalb, sondern endlich auch in meinem Kopf.

Stille