Großstadtflut

Großstadtflut

Ich laufe durch die Stadt. Wo soll ich hin?
Die höchsten Hochhäuser in allen Lagen.
Sie drohen mich zu erschlagen.
Ich weiß nicht, wo ich bin.
Kalte Großstadtlichter versuchen mich zu ertränken.
Menschen und Pflanzen auf engstem Raum.
Werbetafeln versuchen Blicke auf sich zu lenken.
Der Traum einer perfekten Stadt bleibt Schaum.
So hell und doch so dunkel.
Entflammt. Entlarvt. Enttäuscht.

Laute Musik zieht ins Zentrum hinein.
Viel zu viele Menschen. Hektisches Treiben.
Kein Platz zum Bleiben.
Fühle mich erschreckend klein.
Verzehrter Musik- und Stimmenschall.
Aufgesetzte Fröhlichkeit und Heiterkeit, die alles überragen.
Schicke Kostümchen überall.
Hier werden Masken zur Schau getragen.
So laut und doch so leise.
Geliebt. Gehasst. Gefangen.

Häuser, kilometerhoch scheint es mir.
Wohnungen wie Schuhschachteln übereinander gebaut.
Kein Fenster, aus dem man hätte rausgeschaut.
Wände dünner als ein Blatt Papier.
Nachbarn hören mich lachen, schreien und weinen.
Aber sie haben keine Lust zu fragen.
Sie haben ihre eigenen Aufgaben, was sie auch seien.
Eigene Aufgaben, an denen sie verzagen.
So groß und doch so klein.
Aufgereiht. Aufgetürmt. Aufgegeben.

Kein Raum für Ideen.
Gedanken jagen.
Gewissensbisse plagen.
Niemand versucht mich zu verstehen.
Fühle mich überall überwacht.
Kameras, die mich sehen.
Werde von falschen Versprechungen angelacht.
Es gibt nichts, wohin ich kann unbeobachtet gehen.
So viel und doch so wenig.
Verfolgt. Verloren. Vertrieben.

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8 Gedanken zu “Großstadtflut

  1. maryapril28 schreibt:

    Oh wow, erstmal wollte ich mich bei dir bedanken für dein Kompliment über meine Zoofotos. Ich LIEBE es…. Ich kann eigentlich kaum durch einen Zoo gehen ohne die Kamera und den Herausforderungen mit Gittern und Glasscheiben stelle ich mich gerne. Nicht immer klappt es so gut wie dort gezeigt, aber mit den Bildern bin ich auch selbst durchaus zufrieden 😉

    Aber nun muss ich dir auch ein Kompliment zurück geben, nicht nur dass mir das Layout und die ganze Optik deines Blog gut gefällt, aber deine Texte, die sind echt der wahnsinnig, wirklich sehr gut geschrieben, weiter so ❤

    Alles Liebe Mary
    // http://www.April28.de

    Gefällt 1 Person

  2. Großstadt, für mich eine ambivalente Umgebung. Pulsierend, alles von Reichtum bis Armut in einem Kessel. Gefühle, Emotionen, Maskerade, alles innerhalb weniger Meter, weniger Sekunden. Ein Trommelfeuer das auf einen einschlägt. Manchmal brauche ich das. Und dann wieder – nichts wie raus, weil dann genau die Gefühle kommen, die du beschreibst.

    Gefällt 1 Person

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