Dornen

Die Rosen versteckt hinter deinem Rücken, der Strauß in deiner Hand, das Strahlen in deinen Augen, das Lächeln auf meinem Gesicht, die Worte aus deinem Mund, die Freude in meinem Bauch, die perfekte Anordnung der Rosenblätter. Ihr Duft, der Duft nach einem Versprechen, das nie ausgesprochen wurde.

Rosen mit Dornen

Analog fotografiert

Und ich habe mich wirklich gefreut, mein Lächeln war echt. Aber jetzt stehen die Rosen seit ein paar Tagen auf meiner Fensterbank und ich frage mich, warum du sie abgeschnitten hast, wenn sie doch hätten weiterleben können. Warum ich ihnen beim Verwelken zusehe und nichts dagegen tun kann. Und warum meine Finger bluten, bluten wenn ich versuche, sie zu umklammern.
Wieso ist so etwas Perfektes so verletzend? – Vielleicht, weil gar nichts wirklich perfekt ist. Selbst die schönsten Blumen nicht. Und wie kann dann ein Moment perfekt sein, eine Entscheidung? Wahrscheinlich warte ich auf den perfekten Zeitpunkt, obwohl ich weiß, dass der Zeitpunkt niemals perfekter sein wird, als jetzt. Aber was, wenn ich den Startschuss verpasse? Was, wenn ich am Abgrund stehe und einfach weitergehe? Ausversehen. Und wäre es absichtlich, wäre es dann schlimmer?
Und wieder deine Worte „Du musst wissen, was du willst, hör einfach auf dein Herz.“ Aber was, wenn ich nicht verstehe, was mein Herz mir sagen will? Was, wenn mein Herz aus 1000 Stimmen besteht, die mir alle ins Ohr schreien?
Was, wenn das einzige, was mir bleibt verwelkte Rosen auf meiner Fensterbank sind? Vielleicht komme ich ja auch an, wenn ich einfach stehen bleibe. Aus jedem Punkt wird ein Komma. Wann ist endlich das letzte letzte Mal?
Ich hasse mich dafür, dass ich am Ende bin, obwohl ich nicht mal angefangen habe. Dafür, dass ich mein Bestes gebe, trotzdem scheitere und mich dann frage, ob es wirklich schon mein Bestes war. Hasse mich dafür, dass ich mich hasse.
Hasse meine Rosen dafür, dass sie Dornen haben.

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7 Gedanken zu “Dornen

  1. Schmerz ist so ne Sache.solange du in fürchtest tut er mehr weh. Empfängst du ihn (nicht gleich suchen, nur annehmen), dann verliert er einiges an Schärfe.

    Du sagst es schon. Nichts ist perfekt. Es gibt alten die „eine Antwort“.aber es gibt antworten Sie weniger Gegenstimmen haben. Oder leisere.

    Viel Erfolg beim horchen.

    Gefällt 3 Personen

  2. Deone Worte bewirken, dass ich mich verstanden und nicht ganz so einsam fühle, dafür danke ich dir!

    Vielleicht sollen uns Rosen auch daran erinnern, die „perfenkten“ Dinge in unseren Leben zu genießen, solange sie da sind, weil nichts für immer bleibt, und dann bereit zu sein, es loszulassen…
    Macht es den Schmerz eigentlich erträglicher, zu wissen, dass er einen durch etwas Schönes zugefügt wurde? Ist er es dann vielleicht wert?

    Gefällt 1 Person

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