Puzzle

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Augen zu. Unglaublich nah. Momente, die so perfekt sind, das sie keine Geigenmusik brauchen. Die Zukunft ist jetzt und wir können sie so rosig malen wie wir wollen.

Augen auf. Meine eigenen Lügen greifen mich an. Unzumutbar weit weg.
Wir verrennen uns in unseren Köpfen, ohne das Problem zu begreifen. Sehnen uns nach neuen Ideen und klammern uns gleichzeitig an die alten. Finden nicht die richtige Melodie in unseren Welten voller Lärm.

Augen zu. Unsicher liebend. Ungeliebt fühlend. Im Spiegelkabinett der Herzen.
Unvernünftig handelnd. Unwillig hingebend. Von den Düften des Glückes beeindruckt, von den unumgänglichen Zufällen betört. Leichtfüßig spazieren wir über die Wiese des Vertrauens.
Eine andere Zeit. Ein anderer Ort. Eines Tages. Vielleicht. Für immer?

Augen auf. Hier und jetzt. Unentschieden habe ich es beschlossen. Weil das Naheliegendste zerplatzt ist, das Erträumte zu hoch erschien und das Mögliche ungreifbar war. Weil allein schon unser Zusammentreffen zu wunderbar wirkte. Weil es nicht sein sollte oder wir es einfach nicht wollten.
Wir stehen uns gegenüber. Entblößt. In unsere Unwissenheit gekleidet.
Unmöglich. Unsagbar. Diese Worte. Meine Zunge ist bleischwer, doch meine Lippen bewegen sich.
Dein Blick erstarrt, dein Gesicht erfriert. Und zerbricht in tausend Teile. Dein Lächeln liegt zersplittert am Boden. Ich hebe eine Scherbe auf und spiegle mich in ihr.

Augen zu. Augen auf. Das Spiegelbild verschwimmt. Ganz alleine meine Aufgabe. Das Puzzle bleibt unlösbar. Nur jetzt oder für immer?

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12 Gedanken zu “Puzzle

  1. Schöne poetische Texte. Falls du auch Lyrik schreibst, hätt ich was für dich. Es können auch kurze Prosatexte – lyrisierende Prosa – sein. Sag mir aber nochmal Bescheid, bevor du die Texte einsendest an Terence, falls du mitmachen willst.

    Willkommen bei den Montagslyrikern! – Einladung von Terence Horn und PPschen

    PP hatte die wirklich gute Idee, die Montagslyriker ins Leben zu rufen. Ein Projekt, um unsere Blogs bekannter zu machen und um uns untereinander besser zu vernetzen. Wir wollen mehr Leser für unsere Arbeit gewinnen und zeigen, was wir drauf haben.

    Die Idee: Wir bitten jeden Montag einen Lyriker um Beantwortung von fünf Fragen (Ich stelle euch natürlich erst ein wenig vor und bräuchte die Antworten bis spätestens Samstagabend, um alles entsprechend vorzubereiten):

    1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?
    (Der Mensch, die Muse, das Unglück)

    2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …
    (Erzähl uns von deinen Macken, schlechten und guten Eigenschaften, von deinen dunklen Geheimnissen)

    3. Welche Götter verehrst du?
    (Künstler, die dich prägten, die du gerne liest oder empfehlen möchtest.)

    4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
    (Lesungen, Poetry-Slams, Veröffentlichen in Zeitschriften, Büchern, Internet usw.)

    5. Und nun, zeige dich!
    (Mit bis zu zehn charakteristischen Werken, die du uns vorstellen magst. Mit einem Bild von dir? )

    Natürlich müsst ihr nicht alle Fragen beantworten, wenn ihr nicht wollt oder weicht einfach ein wenig aus. Wenn ihr wollt, könnt ihr auch Bilder schicken und natürlich einen Link zu eurem Blog. Ich kann zwar nicht garantieren, dass ich alles veröffentliche, aber ich gebe mir Mühe.

    Bitte setzt auch auf eurem Blog einen Link zu dem Artikel, damit wir alle von der Veröffentlichung profitieren und vielleicht auch auf den ein oder anderen Artikel von einem Kollegen oder einer Kollegin.
    Wir sind gespannt, wie sich die Montagslyriker entwickeln. So oder so ist ein Projekt, mit dem wir Spaß haben werden und neue, interessante Leute kennenlernen.

    Wir freuen uns auf deine Werke!

    Terence Horn
    http://terencehorn.com

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    • Wow, vielen Dank für diese Einladung, ich finde die Idee ziemlich gut und bin schwer beeindruckt. Allerdings kann ich schlecht einschätzen, ob meine Texte lyrisch und poetisch genug sind. Ich habe im Augenblick leider wenig Zeit und würde mir das gerne nochmal in Ruhe angucken. Aber ich werde mich in den nächsten Tagen auf jeden Fall bei euch melden, das ist wirklich ein großes Kompliment!

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      • Deshalb schrieb ich ja, dass du die Texte erstmal mir zusenden sollst. Kürzere Prosa-Stücke sind auch erlaubt. Aber vielleicht kann ich die Texte ja dann in eine formlose Gedichtform bringen, indem ich die Zeilen in einen Rhythmus zerhacke, wenn du das zulässt. Ich mach zB oft aus meinen Kommentaren ein Gedicht. Mein letztes Gedicht an Inka war eigentlich ursprünglich ein Kommentar auf ihrer Seite, den ich einfach in Strophen gebracht habe und ihr dann gewidmet, weil sie mich ja inspiriert hat, als ich gestern zum ersten Mal auf ihrem Blog war.

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  2. Früher war alles einfacher: Da hat man sich kennen gelernt in der Lehr- oder Studienzeit, hat sich verliebt, verlobt, verheiratet und Kinder in die Welt gesetzt, diese haben auch wieder Kinder in die Welt gesetzt und man wurde Vater und Mutter dann Opa und Oma und dann ist einer von beiden gestorben und der andere hat so lange das Grab gepflegt, bis er ihm nachgefolgt ist in diesselbe Erde.

    Heute muss man ständig Puzzle lösen .. allein mit sich und seinen ungeweinten Tränen .. LG PPschen ❤

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