Puzzle

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Augen zu. Unglaublich nah. Momente, die so perfekt sind, das sie keine Geigenmusik brauchen. Die Zukunft ist jetzt und wir können sie so rosig malen wie wir wollen.

Augen auf. Meine eigenen Lügen greifen mich an. Unzumutbar weit weg.
Wir verrennen uns in unseren Köpfen, ohne das Problem zu begreifen. Sehnen uns nach neuen Ideen und klammern uns gleichzeitig an die alten. Finden nicht die richtige Melodie in unseren Welten voller Lärm.

Augen zu. Unsicher liebend. Ungeliebt fühlend. Im Spiegelkabinett der Herzen.
Unvernünftig handelnd. Unwillig hingebend. Von den Düften des Glückes beeindruckt, von den unumgänglichen Zufällen betört. Leichtfüßig spazieren wir über die Wiese des Vertrauens.
Eine andere Zeit. Ein anderer Ort. Eines Tages. Vielleicht. Für immer?

Augen auf. Hier und jetzt. Unentschieden habe ich es beschlossen. Weil das Naheliegendste zerplatzt ist, das Erträumte zu hoch erschien und das Mögliche ungreifbar war. Weil allein schon unser Zusammentreffen zu wunderbar wirkte. Weil es nicht sein sollte oder wir es einfach nicht wollten.
Wir stehen uns gegenüber. Entblößt. In unsere Unwissenheit gekleidet.
Unmöglich. Unsagbar. Diese Worte. Meine Zunge ist bleischwer, doch meine Lippen bewegen sich.
Dein Blick erstarrt, dein Gesicht erfriert. Und zerbricht in tausend Teile. Dein Lächeln liegt zersplittert am Boden. Ich hebe eine Scherbe auf und spiegle mich in ihr.

Augen zu. Augen auf. Das Spiegelbild verschwimmt. Ganz alleine meine Aufgabe. Das Puzzle bleibt unlösbar. Nur jetzt oder für immer?

Das Meer meiner Tränen

Das Meer meiner Tränen (2)

Wir segeln auf dem Meer meiner Tränen.
Die Zeit wurde von einer Windböe weggefegt.
Mir hat keiner gesagt, dass es einfach sein würde Kurs zu halten, aber es hat mich auch niemand gewarnt, wie schwierig sein würde. Zum Glück weißt wenigstens du, was bei Gegenwind zu tun ist. Du erzählst mir von schlimmeren Unwettern und ich bin froh, nicht alleine zu sein.
Dank dir ist das Meer nicht mehr so tief und beängstigend. Dank dir weiß ich, dass man das Land aus den Augen verlieren muss um neues zu entdecken. Dass ich hier richtig bin. Weil Schiffe nicht dafür gemacht sind, im Hafen zu bleiben.

Das Meer meiner Tränen (1)

Der erste Schritt

Ich gehe den ersten Schritt.
Die Stille legt sich über mich. Deckt mich zu.
Behagliche Eiseskälte. Der Schnee knirscht unter meinen Schuhsohlen.
Erfrorene Gedanken an dich.
Silber glitzernder Staub fällt von den Bäumen.
Eine leise Windböe. Verlorene Erinnerungen.
Der Blick zurück. Nicht alleine meine Spuren. Gemeinsam.
Optimistische Einsamkeit.
Spuren verwehen. Wiederholung dessen, was war?
Wandernde Sehnsucht.
Kreuzung. Abzweigungen. Wie deine.
Falsche Wahrheiten.
Vor mir der Schnee. Unberührt. So unschuldig.
Schluckendes Zögern. Die kalten Finger der Bäume.
So weit gelaufen.
Eisklare Entscheidungen.
Ich gehe den ersten Schritt.

Beschneite Gedanken

Stille

Stille. Nur ich alleine. Gedanken fallen, rennen, jagen, lachen mich aus. Drehen, kreisen, überschlagen sich.
Stille. Sie steigt aus der Gemeinde auf. Gemeinsam geschaffen, genau wie die berührenden Melodien zuvor. Wie ein Nebel hüllt sie uns alle ein, gibt uns Raum zum Existieren. Nachzudenken, zu leben.
Stille. Ohne zu reden, kann man sich selber besser zuhören.
Stille. Wir schweigen gemeinsam alleine. Die Gedanken werden langsamer, lassen mich einholen.
Stille. Gedanken richten sich aus, finden eine Gemeinsamkeit. Fokussieren sich auf das, was wichtig ist. Hoffnung, Liebe, Geborgenheit.
Stille. Kraftvoller und kostbarer als jedes Wort.
Stille. Nicht nur außerhalb, sondern endlich auch in meinem Kopf.

Stille

Fensterplatz

Fensterplatz

Dieses eine Lied. Die Berge, das Wasser, das Fenster und ich. Eine Priese Aufrichtigkeit. Zu wem soll ich denn ehrlich sein, wenn nicht einmal zu mir selbst?
Regentropfen schlagen hart gegen die Scheibe des fahrenden Zuges.
Schließlich wusste ich schon lange, dass irgendwann dieser Zeitpunkt kommen würde. Dass du jemanden findest, jemanden, mit dem du am Liebsten all deine Zeit verbringen möchtest. Dass du dich ohne zu Zögern umdrehst und wahrscheinlich nicht mehr so schnell zurück kommst. Vielleicht hätte ich es verhindern können, wenn ich im richtigen Augenblick die richtigen Worte gefunden hätte. Wenn meine Unsicherheit mir nicht alle Türen zugehalten hätte. Aber ich bereue es nicht und bin mir sicher, dass es genauso kommen sollte. So ein besonderer Mensch wie du verdient einen noch viel besonderen Menschen an seiner Seite und du scheinst ihn gefunden zu haben. So ironisch das auch klingen mag, ich wünsche euch nur das Beste.
Der Regen prasselt auf meine Gedanken ein. „Heuchlerische Lügen“, schreien die Tropfen.
Alle sagen immer, Liebeskummer täte weh. Das stimmt nicht. Oder Liebeskummer ist bei mir die falsche Bezeichnung, denn in Liebeskummer steckt das Wort Liebe und Liebe beruht auf Gegenseitigkeit, nicht auf Einseitigkeit. Der Teil, den du in meinem Herzen eingenommen hast, ist immer noch da. Er ist nur irgendwie schwächer, gedämpft. Es ist so, als würde man sich an eine wunderschöne Zeit erinnern, die nun beendet ist. Wehmut und Sehnsucht. Die Frage ist nur, wie kann ich etwas vermissen, was niemals passiert ist? Etwas erneut wollen, was nie da war?
Ich verfolge mit meinem Blick, wie ein Regentropfen langsam die Scheibe herunterrinnt.
Wahrscheinlich ist einfach diese Illusion verschwunden, dass aus der 1.Person Singular noch die 1.Person Plural wird. Dieses viel zu große Hoffen, dass sich das Märchen in meinem Kopf in die Wirklichkeit verwandelt. Ja, ich war eine Idiotin, eine verträumte Idiotin. Aber auch eine glückliche Idiotin.
Erst rollt der Tropfen ganz langsam die Scheibe herunter.
Jetzt bin ich das nicht mehr, eine Idiotin vielleicht schon noch, aber nicht mehr ganz so glücklich. Aber auch nicht traurig. Ich habe wegen dir keine Träne vergossen und das ist auch gut so. Zwischen uns hat sich nichts geändert, nur in mir, und das spielt für dich keine Rolle.
Der Tropfen wird immer schneller. Gleich ist er am unteren Teil der Scheibe angekommen. Doch kurz vorher trifft er auf einen anderen Tropfen, sie vereinen sich und werden gemeinsam langsamer.
Und auch wenn die wunderschöne Illusion und ich jetzt getrennte Wege gehen, glaube nicht, dass eine Träumerin jemals aufhört zu träumen.

Vielleicht

Vielleicht

Vielleicht werden wir eines Tages erzählen, anstatt zu berichten
Sehen, anstatt zu schauen
Lachen, anstatt zu lächeln
Lieben, anstatt zu mögen
Leben, anstatt zu überleben
Nachdenken, anstatt zu überdenken
Verstehen, anstatt zu lernen
Rennen, anstatt zu laufen
Schreien, anstatt zu rufen
Abschließen, anstatt aufzugeben
Schweigen, anstatt die Stille zu ertragen
Und ganz vielleicht werden wir das sogar gemeinsam