Der höchste Preis

Der höchste Preis

Schwarz weiß. Vergeben oder verfluchen.
Meine Haut entsteht unter deinen Fingern neu. Eine Landkarte vergangener Zeiten, neuer Abendteuer.
Ich vergesse mich. In dir.
Ist das der Anfang von allem oder das Ende des Glücks?
Du bist die tiefste Narbe. Der höchste Preis.
Antwortest du mir oder höre ich nur das Echo meiner eigenen Wünsche?
Ich kann nicht mehr atmen. Meine Lungen füllen sich mit Angst.
Sie schütteln wieder ihre Köpfe.
Es ist eine Schande, dass dein gebrochenes Herz mir gehört.

Fahler Geschmack

Fahler Geschmack (1)

Rot auf deinen Lippen. Schatten unter deinen Augen.
Grafitti an den Wänden.  Schmutz auf dem Boden. Du stehst in den schäbigsten Ecken mit noch schäbigeren Menschen. Kalter Zigarettenqualm. Und es tut gut. Einfach vergessen.
Keine Ahnung, wann das  alles zur Gewohnheit geworden ist. Wann „vielleicht“ dein Lieblingswort wurde.
„Hast du mal Feuer?“ Seine grünen Augen fragend, deine leuchten wieder.

Fahler Geschmack (2)

Intensives Rot auf deinen Lippen. Schatten unter deinen Augen verschwunden.
Scherben auf dem Boden. Bier in deiner Hand. „Prost“, sie lehnt an der Betonwand. Sie strahlt die Welt an und die Welt strahlt zurück. Ihr Rock wunderschön, die Haare ein Traum. Eifersucht ist ja nichts für dich. Aber es könnte ja einfach sein. Denn du könntest ja auch so perfekt sein.
Und natürlich hast du Wünsche für die Zukunft, genau wie sie. Aber jetzt bist du ja hier und das ist gut so. Er nickt. Planen würde ja eh nichts bringen. Denn es würde ja sowieso alles anders kommen als man denkt. Er kommt auf dich zu, um dich zu küssen.
Die Kippe landet im Dreck.

Fahler Geschmack (3)

Dunkles Rot auf deinen Lippen. Schatten unter deinen Augen überschminkt.
Die kühle Luft auf dem Balkon. Die erwachende Stadt unter euch. Du schaust ihm auf die Lippen. Er nur auf die Packung Zigaretten in deiner Hand. Man muss auch einfach mal zufrieden sein, mit dem was man hat, sagt er. Natürlich stimmst du ihm zu. Der Aschenbecher balanciert auf dem Geländer. Mit dem Definieren sei das halt so eine Sache, er würde ja nichts zerstören wollen.
Es macht dir nichts aus, dann eben doch alleine bleiben. Unabhängig bleiben. Frei sein, dein Ding durchziehen.
Fahler Geschmack im Mund und die Zigarettenpackung wieder fast leer.

Fahler Geschmack (4)

Rot auf deinen Lippen verschmiert. Schatten unter deinen Augen dunkler.
Bettdeckenecken. Lakenzipfel. „Ich will jetzt nicht reden“, er dreht sich von dir weg.
Die Dunkelheit umfängt dich. Sein gleichmäßiger Atem zum Ticken deines Radioweckers. Du fragst dich, ob du deine Einsamkeit nicht als Unabhängigkeit tarnst. Ob seine Träume nicht zu klein sind. Selbst für diese Einzimmerwohnung.

Puzzle

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Augen zu. Unglaublich nah. Momente, die so perfekt sind, das sie keine Geigenmusik brauchen. Die Zukunft ist jetzt und wir können sie so rosig malen wie wir wollen.

Augen auf. Meine eigenen Lügen greifen mich an. Unzumutbar weit weg.
Wir verrennen uns in unseren Köpfen, ohne das Problem zu begreifen. Sehnen uns nach neuen Ideen und klammern uns gleichzeitig an die alten. Finden nicht die richtige Melodie in unseren Welten voller Lärm.

Augen zu. Unsicher liebend. Ungeliebt fühlend. Im Spiegelkabinett der Herzen.
Unvernünftig handelnd. Unwillig hingebend. Von den Düften des Glückes beeindruckt, von den unumgänglichen Zufällen betört. Leichtfüßig spazieren wir über die Wiese des Vertrauens.
Eine andere Zeit. Ein anderer Ort. Eines Tages. Vielleicht. Für immer?

Augen auf. Hier und jetzt. Unentschieden habe ich es beschlossen. Weil das Naheliegendste zerplatzt ist, das Erträumte zu hoch erschien und das Mögliche ungreifbar war. Weil allein schon unser Zusammentreffen zu wunderbar wirkte. Weil es nicht sein sollte oder wir es einfach nicht wollten.
Wir stehen uns gegenüber. Entblößt. In unsere Unwissenheit gekleidet.
Unmöglich. Unsagbar. Diese Worte. Meine Zunge ist bleischwer, doch meine Lippen bewegen sich.
Dein Blick erstarrt, dein Gesicht erfriert. Und zerbricht in tausend Teile. Dein Lächeln liegt zersplittert am Boden. Ich hebe eine Scherbe auf und spiegle mich in ihr.

Augen zu. Augen auf. Das Spiegelbild verschwimmt. Ganz alleine meine Aufgabe. Das Puzzle bleibt unlösbar. Nur jetzt oder für immer?

Sonnenaufgangs- melodie

Sonnenaufgangsmelodie(1) Sonnenaufgangsmelodie(5)

Das Wasser in deinen Augen. Der Sonnenaufgang in deinem Blick. Du strahlst mich an.
Die Uhr zeigt 5:37. Der Markusplatz ist leer. Endlich keine Touristen hier. Obwohl, eigentlich sind wir das ja selbst, Touristen. Aber anstatt zu versuchen das beste Erinnerungsfoto mit einer Taube auf dem Arm zu machen und albern mit Selfiesticks rumzuhantieren, setzen wir uns einfach auf den Boden und beobachten wie die Sonne langsam hinter dem Markusdom emporsteigt.

Sonnenaufgangsmelodie(3)

Die Melodie von Venedig erklingt in unseren Ohren, lässt unsere Herzen endlich wieder im gleichen Rhythmus schlagen. Ja, wir können über Vergangenes lachen, endlich haben wir es geschafft. Und wenn ich dich nicht verstehen kann, ist mir das egal, ich habe dich wieder lachen gesehen, wenn auch nur dieses eine Mal.

Sonnenaufgangsmelodie(2)

Irgendwann stehst du auf. Willst zum Canale Grande sagst du. Den Stadtplan hältst du falsch herum. Ich sage nichts. Beim gemeinsamen Verlaufen haben wir bisher doch die Schönsten Orte gefunden.

Sonnenaufgangsmelodie(4)

Im Kerzenschein

Im Kerzenschein

Vor mir das Blatt Papier. Der Traum liegt zersplittert am Boden.
Mein Schreibtisch im Kerzenschein. Die Sehnsucht schwimmt im Fluss des Lebens. Die Zeit zwischen heute und damals ertrinkt.
Der Füller in meiner Hand. Zeit für einen Brief voller Wahrheit an dich.
Die Füllerspitze senkt sich in Richtung Papier.
Eigentlich wollte ich nicht mehr mit dir über meine Gefühle sprechen. Aber jetzt gerade ist das einzige, was ich will, deine Arme an meinem Rücken zu spüren. Und meine an deinem. Jede einzelne Stelle spüren, an der sich unsere Körper berühren. Deinen Geruch einatmen und darin untergehen. Das Pochen deines Herzen spüren, ruhig und regelmäßig, so dass auch meins wieder weiß, in welcher Geschwindigkeit normale Herzen schlagen. Ich will mich endlich wieder so geborgen fühlen, wie ich es nur in deinen Armen konnte. Aber ich weiß, dass das nicht geht. Selbst wenn du hier sein würdest, könnte es nie mehr so werden wie immer. Die Wut würde aufkochen und ich würde dich wegstoßen wegen dem, was du getan hast. Was du mir angetan hast.
In den Stunden, in denen nur noch eine Kerze mein Zimmer erhellt, verstehe ich für einen Moment die Gründe für dein Handeln. Die Wut wird überschattet von Trauer. Das Unverständnis erleuchtet von Erkenntnis. Manchmal bewirkt die Wärme des Lichts eine ganz eigene Art des Verzeihens. Flüstert mir ein, dass ich dasselbe tun könnte. Aber sobald ich das Vogelgezwitscher höre, ist da wieder die Wut und ich bin erschrocken, wie gut ich dich in der Nacht verstanden habe.
Ja, ich begreife manchmal nicht diese Sache, die Leben genannt wird. Dir ging es wahrscheinlich genauso. Doch durch dich habe ich gelernt, dass alles seinen Preis hat. Aber auch seinen Wert.
Der Füller in meiner Hand zittert. Das Papier ist immer noch leer. Ohne dich haben die Worte  keinen Sinn mehr. Worthülsen – Ummantelungen einer Wahrheit, die nie ausgedrückt werden kann.  Die Wörter werden zu Wendeltreppen, die immer weiter ins Dunkel führen.
Ich falte das leere Papier und stecke es in den bereits beschrifteten Umschlag. Könntest du ihn jemals öffnen, würdest du verstehen.

Flügel

Magnolien

F
Warum nicht einfach mal die Augen schließen und den Duft der Blumen riechen?
R
Warum nicht einfach mal den Weg weitergehen ohne zu zweifeln, ob es der richtige ist?
E
Was wäre wenn wir das Glück mit offenen Armen empfangen, anstatt danach zu suchen?
I
Hand in Hand. Blicke verschränkt. Nach viel zu langer Zeit.

Möwe

H
Warum nicht einfach mal seine Flügel ausbreiten und merken, dass der Wind einen trägt?
E
Warum nicht einfach mal nur den blauen Streifen am Himmel sehen und die Wolken ignorieren?
I
Was wäre, wenn wir uns in die Augen sehen ohne Angst vor der Wahrheit zu haben?
T
Keine Fragen mehr.  Kein „Was wäre wenn“.  Nur die Träume in unserem Herzen und die Freiheit in unseren Adern.