Fesseln

Beschneite Haare

Deine Stille schreit mich an. Der schrille Ton. Des Klaviers. Die Gitarrensaite. Tod-
Ich renne vor dir weg und gleichzeitig in deine Arme. Schreie lachend.
Wenn ich dich sehe. Deine Nähe.
Mein Herz erblüht. Die Pflanzen. Fesseln mich.
Ich lache dich an. Deine Augen. Lachen mich aus. Ziehen mich aus. Knöpfen mich zu.
Nächte fließen. Über dein Gesicht. Morgensonne beschneit. Meine Haare.
Blut tropft. Rot. Aus deinen Adern. In meine.
Deine Lippen. An meinem Hals. Ich ziehe dich. An mich. Rache.
Deine Finger elektrisieren. Meine Haut. Schließen sich. Um meinen Hals.

Der erste Schritt

Ich gehe den ersten Schritt.
Die Stille legt sich über mich. Deckt mich zu.
Behagliche Eiseskälte. Der Schnee knirscht unter meinen Schuhsohlen.
Erfrorene Gedanken an dich.
Silber glitzernder Staub fällt von den Bäumen.
Eine leise Windböe. Verlorene Erinnerungen.
Der Blick zurück. Nicht alleine meine Spuren. Gemeinsam.
Optimistische Einsamkeit.
Spuren verwehen. Wiederholung dessen, was war?
Wandernde Sehnsucht.
Kreuzung. Abzweigungen. Wie deine.
Falsche Wahrheiten.
Vor mir der Schnee. Unberührt. So unschuldig.
Schluckendes Zögern. Die kalten Finger der Bäume.
So weit gelaufen.
Eisklare Entscheidungen.
Ich gehe den ersten Schritt.

Beschneite Gedanken

Stille

Stille. Nur ich alleine. Gedanken fallen, rennen, jagen, lachen mich aus. Drehen, kreisen, überschlagen sich.
Stille. Sie steigt aus der Gemeinde auf. Gemeinsam geschaffen, genau wie die berührenden Melodien zuvor. Wie ein Nebel hüllt sie uns alle ein, gibt uns Raum zum Existieren. Nachzudenken, zu leben.
Stille. Ohne zu reden, kann man sich selber besser zuhören.
Stille. Wir schweigen gemeinsam alleine. Die Gedanken werden langsamer, lassen mich einholen.
Stille. Gedanken richten sich aus, finden eine Gemeinsamkeit. Fokussieren sich auf das, was wichtig ist. Hoffnung, Liebe, Geborgenheit.
Stille. Kraftvoller und kostbarer als jedes Wort.
Stille. Nicht nur außerhalb, sondern endlich auch in meinem Kopf.

Stille