Puzzle

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Augen zu. Unglaublich nah. Momente, die so perfekt sind, das sie keine Geigenmusik brauchen. Die Zukunft ist jetzt und wir können sie so rosig malen wie wir wollen.

Augen auf. Meine eigenen Lügen greifen mich an. Unzumutbar weit weg.
Wir verrennen uns in unseren Köpfen, ohne das Problem zu begreifen. Sehnen uns nach neuen Ideen und klammern uns gleichzeitig an die alten. Finden nicht die richtige Melodie in unseren Welten voller Lärm.

Augen zu. Unsicher liebend. Ungeliebt fühlend. Im Spiegelkabinett der Herzen.
Unvernünftig handelnd. Unwillig hingebend. Von den Düften des Glückes beeindruckt, von den unumgänglichen Zufällen betört. Leichtfüßig spazieren wir über die Wiese des Vertrauens.
Eine andere Zeit. Ein anderer Ort. Eines Tages. Vielleicht. Für immer?

Augen auf. Hier und jetzt. Unentschieden habe ich es beschlossen. Weil das Naheliegendste zerplatzt ist, das Erträumte zu hoch erschien und das Mögliche ungreifbar war. Weil allein schon unser Zusammentreffen zu wunderbar wirkte. Weil es nicht sein sollte oder wir es einfach nicht wollten.
Wir stehen uns gegenüber. Entblößt. In unsere Unwissenheit gekleidet.
Unmöglich. Unsagbar. Diese Worte. Meine Zunge ist bleischwer, doch meine Lippen bewegen sich.
Dein Blick erstarrt, dein Gesicht erfriert. Und zerbricht in tausend Teile. Dein Lächeln liegt zersplittert am Boden. Ich hebe eine Scherbe auf und spiegle mich in ihr.

Augen zu. Augen auf. Das Spiegelbild verschwimmt. Ganz alleine meine Aufgabe. Das Puzzle bleibt unlösbar. Nur jetzt oder für immer?

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Flügel

Magnolien

F
Warum nicht einfach mal die Augen schließen und den Duft der Blumen riechen?
R
Warum nicht einfach mal den Weg weitergehen ohne zu zweifeln, ob es der richtige ist?
E
Was wäre wenn wir das Glück mit offenen Armen empfangen, anstatt danach zu suchen?
I
Hand in Hand. Blicke verschränkt. Nach viel zu langer Zeit.

Möwe

H
Warum nicht einfach mal seine Flügel ausbreiten und merken, dass der Wind einen trägt?
E
Warum nicht einfach mal nur den blauen Streifen am Himmel sehen und die Wolken ignorieren?
I
Was wäre, wenn wir uns in die Augen sehen ohne Angst vor der Wahrheit zu haben?
T
Keine Fragen mehr.  Kein „Was wäre wenn“.  Nur die Träume in unserem Herzen und die Freiheit in unseren Adern.

Fesseln

Beschneite Haare

Deine Stille schreit mich an. Der schrille Ton. Des Klaviers. Die Gitarrensaite. Tod-
Ich renne vor dir weg und gleichzeitig in deine Arme. Schreie lachend.
Wenn ich dich sehe. Deine Nähe.
Mein Herz erblüht. Die Pflanzen. Fesseln mich.
Ich lache dich an. Deine Augen. Lachen mich aus. Ziehen mich aus. Knöpfen mich zu.
Nächte fließen. Über dein Gesicht. Morgensonne beschneit. Meine Haare.
Blut tropft. Rot. Aus deinen Adern. In meine.
Deine Lippen. An meinem Hals. Ich ziehe dich. An mich. Rache.
Deine Finger elektrisieren. Meine Haut. Schließen sich. Um meinen Hals.

Fensterplatz

Fensterplatz

Dieses eine Lied. Die Berge, das Wasser, das Fenster und ich. Eine Priese Aufrichtigkeit. Zu wem soll ich denn ehrlich sein, wenn nicht einmal zu mir selbst?
Regentropfen schlagen hart gegen die Scheibe des fahrenden Zuges.
Schließlich wusste ich schon lange, dass irgendwann dieser Zeitpunkt kommen würde. Dass du jemanden findest, jemanden, mit dem du am Liebsten all deine Zeit verbringen möchtest. Dass du dich ohne zu Zögern umdrehst und wahrscheinlich nicht mehr so schnell zurück kommst. Vielleicht hätte ich es verhindern können, wenn ich im richtigen Augenblick die richtigen Worte gefunden hätte. Wenn meine Unsicherheit mir nicht alle Türen zugehalten hätte. Aber ich bereue es nicht und bin mir sicher, dass es genauso kommen sollte. So ein besonderer Mensch wie du verdient einen noch viel besonderen Menschen an seiner Seite und du scheinst ihn gefunden zu haben. So ironisch das auch klingen mag, ich wünsche euch nur das Beste.
Der Regen prasselt auf meine Gedanken ein. „Heuchlerische Lügen“, schreien die Tropfen.
Alle sagen immer, Liebeskummer täte weh. Das stimmt nicht. Oder Liebeskummer ist bei mir die falsche Bezeichnung, denn in Liebeskummer steckt das Wort Liebe und Liebe beruht auf Gegenseitigkeit, nicht auf Einseitigkeit. Der Teil, den du in meinem Herzen eingenommen hast, ist immer noch da. Er ist nur irgendwie schwächer, gedämpft. Es ist so, als würde man sich an eine wunderschöne Zeit erinnern, die nun beendet ist. Wehmut und Sehnsucht. Die Frage ist nur, wie kann ich etwas vermissen, was niemals passiert ist? Etwas erneut wollen, was nie da war?
Ich verfolge mit meinem Blick, wie ein Regentropfen langsam die Scheibe herunterrinnt.
Wahrscheinlich ist einfach diese Illusion verschwunden, dass aus der 1.Person Singular noch die 1.Person Plural wird. Dieses viel zu große Hoffen, dass sich das Märchen in meinem Kopf in die Wirklichkeit verwandelt. Ja, ich war eine Idiotin, eine verträumte Idiotin. Aber auch eine glückliche Idiotin.
Erst rollt der Tropfen ganz langsam die Scheibe herunter.
Jetzt bin ich das nicht mehr, eine Idiotin vielleicht schon noch, aber nicht mehr ganz so glücklich. Aber auch nicht traurig. Ich habe wegen dir keine Träne vergossen und das ist auch gut so. Zwischen uns hat sich nichts geändert, nur in mir, und das spielt für dich keine Rolle.
Der Tropfen wird immer schneller. Gleich ist er am unteren Teil der Scheibe angekommen. Doch kurz vorher trifft er auf einen anderen Tropfen, sie vereinen sich und werden gemeinsam langsamer.
Und auch wenn die wunderschöne Illusion und ich jetzt getrennte Wege gehen, glaube nicht, dass eine Träumerin jemals aufhört zu träumen.

Traumliste

Heute vor genau einem Jahr habe ich mir eine Liste geschrieben mit all den Dingen, die ich in meinem Leben machen oder erreichen möchte. Erst war es ein DinA5 Blatt mit viel Platz zwischen den Zeilen. Dieser Platz wurde schnell ausgefüllt, bis schließlich auch die Rückseite des Blattes eng beschrieben war. In dem einen Jahr, in dem ich diese Liste jetzt schon habe, auf einem Stück Papier und mindestens genauso deutlich in meinem Herzen, konnte ich genau 3 Punkte abhaken. Sternschnuppen sehen, in ein Musical am Broadway gehen und (ja tatsächlich) einen Blog schreiben.
3 erfüllte Wünsche gegen zig unerfüllte, eigentlich ist das nichts.
Aber es ist wichtig, seine jetzigen Träume festzuhalten für eine Zeit, in der Träumen nicht vorstellbar ist, auch wenn diese Zeit jetzt nicht vorstellbar ist. Was darf man überhaupt noch, wenn man nicht einmal mehr träumen darf?

Spiegelung

Wenn ein Mensch aufhört zu träumen, hört er auf zu existieren. Er ist nur noch ein Spiegelbild seiner selbst. Seine Lebendigkeit ist längst verschwunden. Und ich will nicht bloß ein Spiegelbild sein, ich will leben.